(Deutsch) Venus Express Mission

Venus Express

Künstlerische Darstellung von Venus Express Quelle: ESA

Künstlerische Darstellung von Venus Express
Quelle: ESA

Die Raumsonde Venus Express ist am 9. November 2005 erfolgreich vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kazakhstan mit einer russischen Soyuz-Fregat Rakete gestartet. Bereits 153 Tagen nach dem Start schwenkte sie in einen Orbit um den zu beobachtenden Planeten Venus ein.

Die erste Phase der Erforschung der Venus mit Raumfahrzeugen (1962-1985) erfolgte durch die Missionen Venera, Pioneer Venus und Vega und ermöglichte auf der einen Seite eine erste Beschreibung der physikalischen und chemischen Bedingungen, welche in der Atmosphäre und an der Oberfläche der Venus vorherrschen.
Auf der anderen Seite warf sie auch viele Fragen zu den physikalischen Prozessen auf, welche zu diesen Bedingungen führen. Viele dieser Fragen sind auch heute noch ungeklärt. Umfassende Radar-Kartierungen durch Venera 15 und 16 und den Magellan-Orbiter, kombiniert mit wenigen Bildern, die von Landern stammen, haben unsere Kenntnisse von der Venus-Geologie und Geophysik wesentlich erweitert. Jetzt soll eine ähnliche systematische Erforschung der Atmosphäre erfolgen. Insbesondere gilt dies für die Atmosphäre unterhalb der Wolken, denn abgesehen von einigen lokalen Messungen von früheren Sonden gibt es hier keine genauen Daten. Viele Probleme, die in Zusammenhang mit der Wechselwirkung zwischen der Venusatmosphäre und dem solaren Wind stehen, sind noch nicht gelöst. Die grundlegenden Geheimnisse der Venus hängen zusammen mit:

  • der globalen atmosphärischen Zirkulation
  • dem atmosphärisch-chemischen Aufbau und seinen Veränderungen
  • den Interaktionen der Oberflächen-Atmosphäre mit der Planetenoberfläche, einschließlich des Vulkanismus
  • der Physik und Chemie der Wolkenschichten
  • der Rolle der Spurengase im Treibhauseffekt
  • dem Ursprung und der Entwicklung der Atmosphäre
  • der Plasma-Umgebung und seine Abhängigkeit mit dem solaren Wind

Durch einen leistungsfähigen Orbiter, ausgerüstet mit Fernerkundungs- und in-situ -Messgeräten, können diese grundlegenden Geheimnisse der Venus gelüftet werden. Der Vergleich mit früheren Raumfahrzeugmissionen lässt einen Durchbruch erwarten, indem die spektralen ‘Fenster’ im nahen Infrarotspektrum der Venus-Nachtseite ausgenutzt werden. Diese wurden erst in den späten achtziger Jahren entdeckt: Strahlung der unteren Atmosphäre und der Oberfläche entweicht ins All und kann gemessen werden. Somit ermöglicht eine Kombination von Spektrometern und Kameras, welche den gesamten Bereich vom UV bis hin zum thermalen IR-Bereich abdecken, zusammen mit anderen Instrumenten wie Radar und einem Plasmaanalysator, eine Sondierung der gesamten Venusatmosphäre von der Oberfläche bis zu 300 km Höhe; außerdem können noch zusätzliche Informationen über die Oberfläche gesammelt werden, welche die Magellan-Mission vervollständigen würde.

Die Instrumente, die für Mars Express und Rosetta entwickelt wurden, sind für die Aufgaben von Venus Express sehr gut geeignet. Folgende vorhandene Instrumente gehören zur Nutzlast von Venus Express:

  • SPICAV: vielseitiges UV-IR Spektrometer für solare/stellare Okkultationen und Nadir-Beobachtungen
  • PFS: hochauflösendes Fourier-Spektrometer
  • ASPERA: ‘Energetic Neutral Atom (ENA) imaging’ zur Visualisierung geladener und neutraler Gasumgebungen
  • VIRTIS: sensibler optischer ‘spectro-imager’ und mid-IR Spektrometer
  • VeRa: Radio-Science Experiment
  • VMC: Weitwinkelkamera
  • MAG: Magnetfeld Messungen

Venus Express ist die Schwesterraumsonde von Mars Express und basiert auf deren Struktur und Auslegung. Die aüßerlichen Unterschiede zu Mars Express sind ein kleineres Sonnenzellenarray, eine eine kleinere Hochgewinnantenne und eine zweite kleine Antenne für die Kommunikation während der unteren solaren Konjunktion.

Venus Express wurde am 9. November 2005 ebenfalls (wie Mars Express) mit einer Soyuz-Fregat von Baikonur gestartet und erreichte im April 2006 einen polaren 24 Stunden Orbit um die Venus mit kleinster Höhe von 400 km und größter Höhe von 66000 km

Übersicht der VEX wissenschaftlichen Experimente